Erstes gemeinsames Seminar von Hans-Böckler-Stiftung und SBB

Geförderte der Hans-Böckler-Stiftung und der SBB bei der gemeinsamen Veranstaltung.

Ende Oktober trafen sich 17 Geförderte der Hans-Böckler-Stiftung und der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) in Duisburg zu einem besonderen Kooperationsseminar. Die Teilnehmenden kamen aus der Studienförderung der Hans-Böckler-Stiftung, aus dem dortigen Auszubildendenstipendium „Talente in der Beruflichen Bildung“ (TiBB) sowie aus den Programmen Aufstiegsstipendium und Weiterbildungsstipendium der SBB. Ziel des Seminars war es, am Beispiel der Stahlindustrie den tiefgreifenden Wandel zu erkunden, den die ökologische Transformation für Produktion, Logistik und Arbeitswelt mit sich bringt.

Auftakt im Duisburger Hafen – Logistik im Wandel

Das Programm am ersten Tag startete mit einem Impulsvortrag bei der duisport – Duisburger Hafen AG. Johannes Eng, Senior Project Manager, Corporate Development & Strategy, erläuterte anschaulich die Bedeutung des Hafens als zentrale Drehscheibe für Import, Lagerung und Verteilung von Gütern und Energieträgern. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich der Hafen im Zuge der Umstellung auf grüne Energie, v.a. Wasserstoff, verändert. 

Transformation der Stahlproduktion – Einblicke bei Thyssenkrupp Steel

Im Anschluss führte der Weg die Gruppe zu Thyssenkrupp Steel. Während einer Werksführung erhielten die Stipendiatinnen und Stipendiaten Einblicke in aktuelle Produktionsprozesse und in die geplanten Umstellungen auf klimaschonende Verfahren. Ein Gespräch mit Can Yalcinkaya, Referent des Gesamtbetriebsrats, bot die Gelegenheit, die wirtschaftlichen, sozialen und arbeitspolitischen Aspekte der Transformation zu diskutieren – von der Konkurrenz des Duisburger Stahls auf dem Weltmarkt über die aktuelle Energiepolitik bis hin zu den Auswirkungen auf Beschäftigungsverhältnisse. So wurde deutlich, dass die ökologische Wende in der Stahlindustrie nicht allein eine technologische, sondern vor allem auch eine gesellschaftliche Herausforderung ist.

Sozialpartnerschaft und Transformation

Der zweite Seminartag knüpfte an diese Themen an. In einem Workshop zur Rolle der Sozialpartnerschaft in Transformationsprozessen diskutierten die Teilnehmenden mit Dr. Marc Schietinger von der „Agentur T“ darüber, wie Mitbestimmung, Tarifpolitik und betriebliche Mitgestaltung zu einem sozial gerechten Strukturwandel beitragen können. Der Austausch zwischen Geförderten aus akademischer und beruflicher Bildung erwies sich dabei als besonders fruchtbar: Unterschiedliche Perspektiven führten zu gemeinsamen Einsichten über die Verantwortung von Unternehmen, Politik und Beschäftigten im Wandel zur klimaneutralen Wirtschaft.

Zum Abschluss des Seminars ging es noch einmal auf den Hafen hinaus, diesmal auf dem Wasser. Eine ausgedehnte Hafenrundfahrt bot die Möglichkeit, die zuvor theoretisch behandelten Themen in der Praxis zu erleben. Begleitet wurde die Fahrt von Matthias Baumann, Bezirksgeschäftsführer der Gewerkschaft ver.di, der über das Ringen um Tarifverträge bei den unterschiedlichen Betrieben der Betreibergesellschaft des Hafens berichtete. So schloss sich der thematische Kreis zwischen wirtschaftlicher Transformation, Arbeitswelt und sozialem Dialog.

Resonanz und Ausblick

Die Teilnehmenden des Seminars zeigten sich begeistert. Sie hoben die Kombination aus praxisnahen Einblicken, theoretischer Vertiefung und interdisziplinärem Austausch hervor.
Das Seminar markierte zugleich den Auftakt einer neuen Kooperation zwischen der Hans-Böckler-Stiftung und der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung als Beitrag zur Vernetzung beruflicher und akademischer Begabtenförderung.