Über den Tellerrand: Gesellschaft und innovative Zukunftsperspektiven

Deportation, Ghettoisierung und Vernichtung. Gedenkstättenfahrt zu den Stätten des Holocaust in Łódź und Chełmno (Polen)

Das Seminar richtet sich an Geförderte des Weiterbildungsstipendiums.

Im Mittelpunkt unserer Gedenkstättenfahrt stehen die Geschichte des jüdischen Ghettos in Łódź (von den Nationalsozialisten „Litzmannstadt” genannt) und das Mordlager Chełmno (Kulmhof). Beide Orte sind in der bundesdeutschen Erinnerungskultur kaum präsent, obwohl sie im System der NS-Vernichtungspolitik von zentraler Bedeutung sind und am Ausgangspunkt der systematischen Ermordung europäischer Jüdinnen und Juden stehen. 

Die Gedenkstättenfahrt beginnt mit einem Seminartag in Berlin. Danach folgt die Weiterreise nach Polen. Im Laufe der Programmwoche werden verschiedene Stätten in Łódź und Chełmno (Vernichtungslager Kulmhof) besucht, die von Deportation, Ghettoisierung und schließlich der Ermordung jüdischer Menschen sowie Sinti und Roma geprägt sind. Sieben Tagebücher von jüdischen Autor:innen vermitteln einen unmittelbaren Eindruck vom Leben und Sterben im Ghetto Łódź. In Chełmno stehen die Täter:innen und ihr „Alltag“ sowie der Ablauf der Vernichtungsaktionen im sogenannten „Schloss“ und im „Waldlager“ im Vordergrund. In Reflexions- und Diskussionsrunden besteht die Möglichkeit, sich über das Gesehene, das Gehörte und das Erfahrene auszutauschen, um gemeinsam zu verstehen und nach politischen Lehren für die Gegenwart zu fragen.

An zwei Programmtagen in Łódź wird es die Möglichkeit geben, mit dem Shoah-Überlebenden Leon Weintraub ins Gespräch zu kommen, der die Gruppe begleiten wird.

Termin

22.-28.08.2026 Berlin, Łódź und Chełmno/Polen


In Kooperation mit der 
Rosa-Luxemburg-Stiftung