Silke Eger: Blended Learning in der pflegerischen Fachweiterbildung

Fachweiterbildungen sind für professionelle Pflegekräfte sehr wichtig. Oft wird für sie eine Weiterbildung angesichts hoher Arbeitsbelastung und zusätzlichen Diensten jedoch schon allein vom zeitlichen Aspekt zur Herausforderung. Silke Eger möchte durch die Einführung von selbstorganisierten Lerneinheiten im Umfang von 25 % einer Fachweiterbildung die zeitliche Belastung reduzieren.

Das Projekt ist Teil ihres berufsbegleitenden Studiums „Angewandte Gesundheitswissenschaften“, aber zugleich ganz konkret mit Silke Egers Berufstätigkeit verbunden. Hauptberuflich arbeitet sie bei einem Bildungsträger, der sich auf die Weiterqualifizierung von Pflegekräften spezialisiert hat. Silke Eger organisiert und betreut unter anderem die Kurse des Fachbereichs „Intensivpflege und Anästhesie“.

Blended Learning, die Verbindung von Präsenzunterricht mit Selbstlerneinheiten, wird an Hochschulen seit Jahren erfolgreich praktiziert, ist im Bereich der Pflegeweiterbildungen jedoch Neuland. Daher mussten zuerst die zuständigen Behörden überzeugt werden, für ein Pilotprojekt eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Diese wurde bewilligt, ebenso eine Förderung durch den Europäischen Sozialfonds (ESF).

Das Projekt ist inzwischen in einer fortgeschrittenen Phase: In Zusammenarbeit mit Medizinern und Pflegeexperten aus Berlin und Brandenburg erstellte Silke Eger bereits zahlreiche Lernsequenzen, die zurzeit erprobt werden.

Darüber hinaus entwickelte sie zusammen mit IT-ExpertInnen der Universität Potsdam auf Basis einer Open Source Software eine Lernplattform als interaktives Medium, um den Pflegekräften die Gelegenheit der Kommunikation mit den DozentInnen, mit der Kursleitung oder mit weiteren Teilnehmenden der Fachweiterbildungen zu ermöglichen.

Zusätzlich können die Pflegekräfte auf alle die Weiterbildung betreffenden Dokumente online zugreifen oder auch Hausarbeiten papierlos einreichen. Von den Kursteilnehmenden gibt es viel positive Resonanz.

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Silke Eger absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, später schloss sie eine Aufstiegsfortbildung zur Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für Anästhesie und Intensivpflege ab.

Nach mehr als zehn Jahren Berufserfahrung, zuerst in der Pflege und dann bei einem Bildungsträger, entschied sich Silke Eger für ein berufsbegleitendes Bachelorstudium im Studiengang „Angewandte Gesundheitswissenschaften“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Aktuell bereitet sie Ihre Bachelorarbeit vor, die auf dem beschriebenen Projekt aufbaut.

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