05.10.2017 12:59

Stefan Schult: „Bis zum Medizinstudium war es ein langer Weg“

Medizinstudium ohne Abitur? Stefan Schult hat es mit viel Beharrlichkeit geschafft. Nach der mittleren Reife absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Beim Deutschen Roten Kreuz ließ er sich außerdem zum Rettungssanitäter und Rettungsassistenten ausbilden. Nach Abschluss der Ausbildung arbeitete er acht Jahre in einer großen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Frankfurt am Main und nebenberuflich als Rettungsassistent.

Schon lange war jedoch bei Stefan Schult der Wunsch nach einem Medizinstudium gereift: "Seitdem ich als Rettungsassistent arbeitete, war für mich klar, dass ich später doch noch Medizin studieren wollte. Ich informierte mich deshalb, wie ich die Hochschulzulassung erlangen konnte. Dazu musste ich neben einer staatlich anerkannten Berufsausbildung, das war bei mir der Steuerfachangestellte, eine für das Fach einschlägige Weiterbildung vorweisen, in meinem Fall den Rettungsassistenten. Damit konnte ich an einer Prüfung an der Universität Frankfurt teilnehmen, mit der ich die Hochschulzugangsberechtigung für die Fächer Humanmedizin und Humanbiologie erhielt."

Die Zulassungsprüfung bestand Stefan Schult als Bester. Dennoch musste er wegen des NC für Medizin noch fünf Jahre warten, bis er sein Studium der Humanmedizin an der Universität Frankfurt beginnen konnte. Über eine Mitstudentin erfuhr er vom Aufstiegsstipendium und bewarb sich erfolgreich. Mit dem Stipendium konnte er sein Arbeitspensum als Rettungssanitäter erheblich reduzieren und sich viel mehr auf das Studium konzentrieren. Das Studium schloss er 2016 erfolgreich mit dem Staatexamen ab. Seitdem arbeitet Stefan Schult als Arzt in einer Kinderklinik in Hanau.

Lesen Sie ein Interview mit Stefan Schult zu seinem Berufsweg und seinen Erfahrungen im Studium.